Bücher

Xaver Bayer
Die durchsichtigen Hände

Erzählungen
168 Seiten, WG 1112 nur als e-book 978-3-99027-111-7 € 7,99 lieferbar
Das Leben kann einem eine Menge Rätsel aufgeben, vorausgesetzt, man schaut mit wachen Augen in die Welt.

Das Leben kann einem eine Menge Rätsel aufgeben, vorausgesetzt, man schaut mit wachen Augen in die Welt. Die Luftmatratze, die hinausgeschoben wird aufs offene Meer – welche Geschichte endet oder beginnt da? Die hermetisch verschlossene Box – entwickelt sie sich, einmal im Zimmer abgestellt, nicht ganz schnell zum magischen Zentrum des Denkens und Handelns? Der Abstieg – kaum glaubt man, endlich seinen Weg gefunden zu haben, weicht das Vertraute neuerlich zurück. Und man selbst, kann man sich denn wenigstens auf sich selbst
verlassen? Darauf, daß man richtig wahrnimmt? Richtig reagiert? Etwa wenn der Schrei eines Mädchens durch die Wände dringt oder wenn bei einer Wanderung zu den Quellen des Wasserfalls einer nach dem anderen zurückbleibt? Nicht unbedingt. Und dennoch liegt über den Erzählungen ein gelöster, heiterer Ton. Sehnsucht verschränkt sich gern mit ironischer Distanz, Utopie mit früher Abgeklärtheit, der Weg zum anderen endet in einer eleganten Pirouette – man zieht den Hut und grüßt erst wieder aus der Ferne.
Diese Geschichten sind voller Esprit, Lust am Gedankenspiel, voller überraschender Einfälle und Wendungen, doch unter der sich in zahlreichen Facetten spiegelnden Oberfläche ruht die Art von ernsthaften, existentiellen Fragen, die jede Generation neu für sich beantworten muß.

 

Xaver Bayer zu seinem Buch

 

 

Warum unterhalten sich die Teilnehmer des Durchhaltewettbewerbs über Plinius den Jüngeren? Warum tut Ulrike M. so, als sei sie bewusstlos? Warum fährt Henry Kissinger in einem Taxi, anstatt seinen Dienstwagen zu verwenden? Warum heißt eine Katze wie ein sizilianischer Schriftsteller und warum gibt man einem Hund den Namen „Klischee“? Warum erfahren wir nicht mehr über den berühmten Wald der Nachtigallen? Warum wirkt Napoleon angespannt und abwesend zugleich? Warum verlässt der Bauchredner die einzigen Freunde, die er hat? Warum führt die Höhenstraße so gut wie nirgendwohin? Warum steht da eine Box in der Mitte des Zimmers? Warum wird bei einem Künstlerfest der Begriff „Perichorese“ ins Spiel gebracht? Warum wird man verhaftet, wenn man in Paris auf der Straße spaziert? Warum möchte jemand in einer völlig abgedunkelten Wohnung leben? Warum dieser Amoklauf? Und warum stirbt die Hoffnung auf eine gute Seele nie?