Bücher

Xaver Bayer
Wenn die Kinder Steine ins Wasser werfen

120 Seiten, gebunden
? 16,80 / Sfr 25,90, WG 1112, [978-3-902497-87-1]
e-book ab 15.7.2013 978-3-99027-112-4 ? 7,99
Eine Reise von da nach dort, ins Ich und die Welt. Ein Abenteuer von lakonischer Schönheit.

Xaver Bayer kommt stets auf leisen Sohlen. Weder kündigt er sich aufschneiderisch an noch drängt er sich jemandem auf. Er ist frei und befreit mit seiner Unbeugsamkeit auch seine Leser, indem er ihre Blicke auf das Übersehene und vermeintlich Unwesentliche zurücklenkt. Er findet seine Geschichten stets dort, wo andere vorbeigehen. Seine Beharrlichkeit hinterlässt eine zarte Scham in unseren korrumpierten Seelen. Und fragt leise: Wie könnt Ihr so leben?
       Xaver Bayer lässt sich nie verführen. Weder von Kommerz, billigen Effekten oder abgeschmackten Erzählformen. Er betritt nie den Trampelpfad. Und man wird ihn stets am Rand des um Aufmerksamkeit heischenden Marktgeschreis finden. Man darf ihm als Leser unauffällig durch das Gewirr folgen. Man muss nur höllisch aufpassen, ihn nicht aus den Augen zu verlieren.
                                                                                                                                 David Schalko

Schauen und Denken, das ist der Anfang aller Literatur. Warum also nicht noch einmal zurückkehren zu diesem Anfang? In aller Ursprünglichkeit noch einmal schauen, denken, sich erinnern? Am Flughafen von Brüssel beginnt Xaver Bayers Reise in den Kontinent namens Ich. Von anderen Weltgegenden ist bald die Rede, von einer seltsamen Nähe des Fremden und einer ungemütlichen Fremdheit des Nahen. »Wenn die Kinder Steine ins Wasser werfen« handelt von Physik und Metaphysik. Aus einem Fleck am Tresen des Flughafenrestaurants wachsen Assozia-
tionen, aus chinesischen Feuerwerken oder dem Klang einer mechanischen Nachtigall des 19. Jahrhunderts. Weit verästelt ist der Strom des Bewusstseins, den Xaver Bayer scheinbar absichtslos in den Lauf seiner genauen Sprache bringt. Einen Punkt gibt es erst am Ende dieser magischen Prosa. Es zeigt sich, was der mit dem Hermann-Lenz-Preis ausgezeichnete österreichische Schriftsteller kann: Die Welt in einem Satz durchqueren.